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Herzlich  Willkommen auf den Internetseiten des Campus Buch der Charité -  Universitätsmedizin Berlin, einer gemeinsamen Einrichtung von  Freier  Universität und Humboldt - Universität zu Berlin

Digitalstrategie und Vision am Campus Buch

Die digitale Strategie am Campus Buch fokussiert auf drei messbare Ziele: bessere Patientensicherheit durch durchgängige Datenverfügbarkeit, beschleunigte translationale Forschung durch gemeinsame Datensilos und effiziente Abläufe in Klinik und Forschung. Kernprinzipien sind Interoperabilität, Datenhoheit der Patientinnen und Patienten sowie nachhaltige Skalierbarkeit technischer Lösungen. Verantwortlichkeiten sind klar verteilt zwischen Charité, dem Experimental and Clinical Research Center und Partnern wie dem Max-Delbrück-Centrum, wobei ein Lenkungsgremium die Priorisierung und Budgetfreigabe steuert.

Strategische Ziele, Governance und Verantwortlichkeiten

Strategische Ziele, Governance und Verantwortlichkeiten

Strategische Ziele werden operationalisiert durch Zielgrößen wie: vollständige Einführung einer elektronischen Patientenakte für stationäre Patienten bis 2026, 30 Prozent weniger Zeitaufwand für Doppel¬dokumentation innerhalb von zwei Jahren und 20 Prozent mehr Nutzung telemedizinischer Angebote in ambulanten Nachsorgen. Die Governance besteht aus einem digitalen Board mit Vertretern aus Klinik, Forschung, IT, Datenschutz und Patientenvertretung. Rollen sind präzise verteilt: Chief Digital Officer für Strategie, Data Stewards für Datenqualität, Klinische Informatiker für Prozessintegration und ein Cybersecurity Officer für IT-Sicherheit. Rechtlich geltende Rahmenwerke sind die DSGVO, die Medizinprodukteverordnung und BSI-Vorgaben.

Technische Infrastruktur, Rechenzentren und Netzausbau

Technische Infrastruktur, Rechenzentren und Netzausbau

Die Infrastruktur folgt einem hybriden Konzept: sichere On‑Premise Rechenzentren für patientennahe Daten, ergänzt durch zertifizierte Cloud‑Angebote für Forschungskalkulationen und KI-Trainings. Wichtige Anforderungen sind Verschlüsselung at‑rest und in‑transit, Multi-Faktor-Authentifizierung und Audit‑Trails. Netzausbau umfasst redundante Glasfaser, segmentierte LAN‑Architektur, campusweites WLAN mit zertifizierter Roaming-Funktionalität und eine private 5G Infrastruktur für latenzkritische Anwendungen.

Vorhandene Komponenten, Zielzustand und Kennzahlen werden kontinuierlich gemessen:

Bereich Aktueller Zustand Ziel bis 2027 Messgröße Verantwortliche
Rechenzentrum On‑Prem mit Backup Hybrid‑Betrieb, BSI-konform Verfügbarkeit 99.95% IT-Betrieb
Cloud‑Nutzung Pilotprojekte Zertifizierte Healthcare‑Cloud % Workloads in Cloud Forschungsleitung
Netzwerk Glasfaser, WLAN-Inseln Vollständige Campusabdeckung, private 5G Latenz <10 ms, Verfügbarkeit Infrastrukturteam
Datenspeicherung Isolierte Datenpools Zentralisierte, pseudonymisierte Datensee Zugriffszeit, Replikations-Rate Data Stewards
Sicherheitsmonitoring SIEM in Aufbau Vollständiges SOC Mean Time To Detect Cybersecurity Officer

Die Tabelle dient als operatives Steuerungsinstrument; Fortschritt wird vierteljährlich geprüft und Prioritäten anhand klinischer Risiken angepasst.

Elektronische Patientenakte, Telemedizin und Künstliche Intelligenz

Die elektronische Patientenakte wird über FHIR R4 realisiert und mit bestehenden HL7 v2 Schnittstellen sowie DICOM für Bilddaten verknüpft. Wichtige Integrationsaufgaben sind semantische Harmonisierung, Terminologie‑Mapping und konsistente Patientenidentifikation über MPI. Telemedizinische Dienste umfassen Videokonsultationen für Spezialsprechstunden, teleradiologische Referenzbefundung und Telemonitoring für Herzinsuffizienz und COPD. Telemonitoring wird mit standardisierten Datenströmen aus Wearables verknüpft und in klinische Workflows eingebettet, um frühzeitige Interventionen zu ermöglichen.

KI‑Anwendungen werden nach einem Validierungsprozess eingeführt, der Performance‑Metriken, Bias‑Analysen und klinische Validierung umfasst. Beispiele sind KI-unterstützte Bildanalyse für Lungenrundherde und automatisierte Befundung in der Radiologie. Entscheidungsunterstützungssysteme integrieren Evidenzbasen und liefern kontextsensitive Hinweise, bleiben jedoch stets als Hilfsmittel konzipiert, nicht als alleinige Entscheidungsinstanz.

Forschung, Datenplattformen und Interoperabilität

Forschung, Datenplattformen und Interoperabilität

Für klinische Studien und translationalen Datenaustausch werden elektronische CRFs und EDC‑Systeme eingesetzt, ergänzt durch Real‑World‑Data aus der Routineversorgung. Gemeinsame Plattformen setzen auf interoperable Standards wie OMOP für Real‑World Data und CDISC für Studiendaten. Governance umfasst Zugriffsrechte, Auditierung und datenrechtliche Vereinbarungen zwischen Partnern. Die Forschungsplattform am ECRC fördert Reproduzierbarkeit durch versionierte Datensätze und containerisierte Analyseumgebungen.

Datenschutz, Cybersicherheit, medizinische Geräte und Personalentwicklung

Datenschutz, Cybersicherheit, medizinische Geräte und Personalentwicklung

Datenschutzkonzepte bauen auf Einwilligungsmanagement mit granularer Zustimmung, Pseudonymisierung und reversibler Schlüsselverwaltung. Cybersecurity-Maßnahmen beinhalten Netzwerksegmentierung, Endpoint Management, regelmäßige Penetrationstests und ein etabliertes Incident Response Playbook. Medizinische Geräte und IoT werden über standardisierte Schnittstellen eingebunden, Datenströme werden validiert und in die klinische Dokumentation rückgeführt. Asset‑Tracking und intelligente Gebäudesteuerung verbessern Logistik und Energieeffizienz.

Change Management adressiert digitale Kompetenzentwicklung durch modulare Fortbildungen für Ärztinnen, Pflegende und Forschende, praxisnahe Workshops und Superuser‑Netzwerke. Akzeptanzförderung nutzt Erfolgsmessungen, Feedbackschleifen und kontinuierliche Anpassung an Nutzerbedürfnisse.

Qualität, Ethik, Pilotprojekte und Roadmap

Qualitätskennzahlen umfassen Patientensicherheit, Behandlungsqualität und Nutzerzufriedenheit. Ethikfragen werden durch unabhängige Gremien geprüft, algorithmische Fairness wird durch Bias‑Tests und Monitoring sichergestellt. Beispiele erfolgreicher Implementierungen am ECRC sind teleradiologische Second‑Opinion‑Workflows und ein Pilot für KI-gestützte Bildanalyse mit nachweisbarer Verringerung von Befundzeiten. Lessons learned betonen frühe Einbindung der Anwender, klare Schnittstellenbeschreibungen und iterative Releases.

Die Roadmap enthält kurzfristige Meilensteine wie FHIR‑Basiseinführung im nächsten Jahr, mittelfristig die Skalierung telemedizinischer Angebote und langfristig die Etablierung einer Forschungsdatenplattform mit FAIR‑konformen Datensätzen. Risikoanalysen priorisieren Datenschutzverstöße, Lieferkettenengpässe und Budgetrisiken; Kontingenzstrategien umfassen redundante Provider, gestaffelte Rollouts und definierte Notfallprozesse.


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Letzte Änderung: 17.08.2007